3. Treffen/Workshop der Ad-hoc-Arbeitsgruppe "Initiativkreis Charta von Venedig"

Das dritte Treffen des Initiativkreises Charta von Venedig findet am 20./21. Juni 2014 in Karlsruhe an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Karlsruhe, Fakultät Architektur und Bauwesen, Studiengang Architektur, statt. Ziel der Gespräche ist die Diskussion besonders der denkmalpflegerischen Praxis in verschiedenen Bereichen wie Baudenkmalpflege, Gartenkunst, Restaurierung/Konservierung in ihrem Bezug zur Charta von Venedig. Welchen Stellenwert können die Grundsatzpapiere, auch die der Charta von Venedig nachfolgenden, in der alltäglichen Praxis vor Ort beanspruchen, wie wichtig und hilfreich sind sie in der Argumentation der Beteiligten. In Kurzvorstellungen sollen Beispiele aus der heutigen Arbeit, aber auch solche aus der Geschichte des Faches als Ausgangspunkt der Gespräche dienen.
Informationen zum Programm finden Sie hier.

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Am 6. September 2013 fand in Berlin das zweite Treffen der Ad-hoc-Arbeitsgruppe "Initiativkreis Charta von Venedig" statt. Es diente der weiteren Vorbereitung der geplanten Tagung im kommenden Herbst und der Diskussion vorbereiteter Referate zum Thema. Die Tagung mit dem Arbeitstitel "50 Jahre Charta von Venedig – vom Nutzen und Nachteil internationaler Grundsatzpapiere für die Denkmalpflegepraxis" wird als eine Gemeinschaftsproduktion des Arbeitskreises für Theorie und Lehre der Denkmalpflege (AKThLD) auf Einladung des österreichischen Bundesdenkmalamtes (BDA) in Kooperation mit den deutschsprachigen Nationalkomitees von ICOMOS Anfang Oktober 2014 in Wien stattfinden. Die Fachtagung soll in flexiblen Vortrags- und Diskussionsformaten verschiedene Fragen thematisieren, so unter anderem die Entstehungsgeschichte der Charta und deren europäischen Kontext des zweiten Nachkriegsjahrzehnts beleuchten, den Folgeempfehlungen nachgehen, emblematische Konservierungs- und Restaurierungsbeispiele zur Diskus¬sion stellen sowie Rezeptionslinien der Charta und ihr nachfolgender Grundsatzpapiere in der Denkmalliteratur und in programmatischen Texten aufzeigen.

Der zweite Teil des Treffens deutete Fehlstellen der bisher nachgezeichneten Traditionslinien der Charta von Venedig an, die üblicherweise unmittelbar mit der Vorgänger-Charta von Athen 1931 in Verbindung gebracht wird. Dass hier erheblicher Forschungsbedarf besteht, zeigte Kerstin Stamm in ihrem Beitrag über die Ausstellung, die 1964 anlässlich des 2. Internationalen Kongresses der Architekten und Techniker in der Denkmalpflege stattfand. Jan Raue stellte seine Sicht auf die Restaurierung des Neuen Museums in Berlin dar und provozierte Diskussionen über die Berechtigung und Hintergründe der positiven Resonanz, die der Architekt der Wiederherstellung des Museums erfahren hat. Christoph Schwarzkopfs Beitrag zur Umnutzung einer Hamburger Kirche in eine Moschee stellt einen ausgesprochenen Sonderfall dar, sind doch in der Bundesrepublik die großen christlichen Konfessionen in aller Regel nicht bereit, ihre Gotteshäuser nicht-christlichen Religionsgemeinschaften zu überlassen. Diese "praktische Transkulturalität" verdeutlichte schlaglichtartig die Schwierigkeiten von "Integration und Erbe", wie sie das DNK und ICOMOS in den kommenden Monaten gemeinsam diskutieren wollen.

Ein nächstes Treffen der Ad-hoc-Arbeitsgruppe ist für die erste Jahreshälfte 2014 geplant.

Sigrid Brandt


Initiativkreis Charta von Venedig 2014

Anlass zur Einrichtung dieser AG ist das bevorstehende Jubiläum 50 Jahre Charta von Venedig (1964)
Ausführlicheres siehe hier sowie den Entwurf einer Geschäftsordnung

Ansprechpartner: Prof. Dr. Sigrid Brandt, Universität Salzburg, Abteilung Kunstgeschichte, Tel. +43-662-8044-4608, sigrid.brandt@sbg.ac.at

Nachdem auf der Mitgliederversammlung im vergangenen November die Bildung der Arbeitsgruppe angenommen wurde, fand im Februar 2013 das erste Treffen statt. Auf dem Programm standen die Beteiligung am geplanten Expertengespräch des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz im Oktober 2013 mit dem Titel "Integration und Erbe", die Vorbereitung der Tagung "50 Jahre Charta von Venedig" für das kommende Jahr und Fragen des Selbstverständnisses von ICOMOS Deutschland. Die Frage nach der Vielfalt des Erbes in Deutschland war Ausgangspunkt der Diskussion, die einerseits das Erben als Aneignungsprozess und andererseits die Erben als Subjekt desselben thematisierte. Wie gehen wir heute mit den Schlüsselbegriffen der modernen Denkmalpflege um – Ort, Heimat, Ansässigkeit, Nation, Herkunft, Rezeption von Denkmalobjekten?

Das 50jährige Jubiläum der Charta von Venedig soll in einer Tagung 2014 zum Anlass genommen werden, die Magna Charta unseres Faches als historisches Dokument zu beleuchten, ihre Rezeption in den nachfolgenden Jahrzehnten nachzuzeichnen und ihren Gegenwartswert zu diskutieren. Das "Gründungsdokument" von ICOMOS ist dabei genauso von Interesse wie die Frage nach seiner Relevanz für die Praxis der Denkmalpflege und Denkmalrestaurierung und die Bezugnahme auf vorhergehende und spätere internationale Grundsatzerklärungen – etwa die ICOMOS-Dokumente von Florenz, Washington, Lausanne, Burra und Nara oder von der UN, der UNESCO und EU verabschiedete Grundsatzpapiere (Welterbekonvention, Konvention von Faro etc.).

Ein nächstes Treffen der für alle Interessierten offenen Arbeitsgruppe – auch Kolleginnen und Kollegen aus den Denkmalbehörden sind willkommen – ist für die zweite Jahreshälfte 2013 geplant. Über den Termin wird die Geschäftsstelle rechtzeitig informieren, über inhaltliche Vorschläge freuen wir uns.